Was machen Paare, die lange Zeit glücklich zusammen sind, richtig, damit ihre Beziehung gut funktioniert?

Wertschätzung als Fundament

Wenn du dir Paare anschaust, von denen du sagen würdest, dass sie tatsächlich glücklich miteinander sind, wird dir mit großer Wahrscheinlichkeit auffallen, dass beide Partner sich in ihrem alltäglichen Leben sehr oft gegenseitig sagen, dass sie sich lieben, und auf irgendeine Weise zeigen, was sie aneinander schätzen.

Im Allgemeinen ist es eher die Regel, dass die Partner sich gegenseitig sehr viele Vorwürfe machen, anstatt den anderen zu loben und kundzutun, wie stolz man auf den anderen ist und wie sehr man sich darüber freut, was man an dem anderen hat. Was ich noch schlimmer finde – und ich kenne leider einige Paare, bei denen das so ist –, wenn sich einer der Partner insgeheim so etwas überlegt wie: „Hätte ich nur den anderen genommen, dann wäre es besser gewesen.“ Oder: „Hätte ich diese Frau, dann hätte ich eine gute Köchin daheim und würde jeden Abend etwas Gutes zum Essen bekommen.“

Ich kann nur jedem ans Herz legen, ohne Wenn und Aber zu dem anderen zu stehen und zu achten, was man in dem anderen als Geschenk bekommen hat. Natürlich ist nicht immer alles perfekt, doch jeder hat die Fähigkeit, seine Aufmerksamkeit auf das zu richten, was einem an dem anderen guttut, und kann das dem anderen auch sagen. Ich finde, wenn man in einer Partnerschaft lebt, sollte man den Tag immer damit beginnen, sich anzulächeln, und somit schon zu zeigen, dass man sich freut, dass der andere da ist.

Vorwürfe vs. Wünsche – ein großer Unterschied

Ich möchte gerne noch ein bisschen auf diese Vorwürfe eingehen, die im Alltag so häufig zu hören sind: „Du trägst den Müll nicht runter“, „du nimmst mich nicht in den Arm“, „du sagst mir nicht, dass du mich liebst“, „du sagst mir nicht, dass ich hübsch bin“, „deine Arbeit ist dir wichtiger als ich“, „du machst lieber Sport, als Zeit mit mir zu verbringen.“ Damit wird man überhaupt nichts erreichen, sondern genau das Gegenteil!

Kryon sagt ja immer: „Worte können sehr verletzen“, deshalb sollte man sich seine Wortwahl gut überlegen und das Ganze lieber in Wünsche umformulieren. Es hat einen ganz anderen Hintergrund, wenn man zu seinem Partner sagt: „Ich würde mir wünschen, dass du mich öfter in den Arm nimmst“, als wenn man sagen würde: „Du nimmst mich nie in den Arm…!“ Das Einzige, was es beim Wünschen zu bedenken gibt, ist, dass Wünsche erfüllt werden können, aber nicht erfüllt werden müssen. Das ist die logische Konsequenz von Wünschen.

Viele Menschen, die sich schon bewusst geworden sind, dass Vorwürfe nur Druck erzeugen und langfristig zu nichts Gutem führen, formulieren ihre Erwartungen oft in Wünsche um. Die Energie hinter ihren Worten ist dann aber oft immer noch die einer Erwartung – und das funktioniert so nicht. Die Erfüllung von Wünschen muss jedem Menschen frei überlassen sein, auch seinem Partner. Ob das bei einem so ist, dass man dem anderen diese freie Wahl lassen kann, oder nicht, muss man tatsächlich bei sich selbst überprüfen. Versucht man, sein Vorhaben vom Kopf her umzusetzen, wird man sein Ziel nicht erreichen, denn der andere kann spüren, dass da was nicht stimmt.

Wünsche vom Herzen, nicht vom Kopf

Funktionieren tut es immer dann gut, wenn es vom Herzen kommt. Wenn man von Herzen einen Wunsch formuliert, hat der Wunsch auch eine ganz andere Kraft und eine ganz andere Energie. Denn man berührt den anderen natürlich sehr viel intensiver, wenn man von Herz zu Herz spricht. Der Kopf sollte dafür zuständig sein, den Fokus auf die Dinge zu halten, die schön sind an dem anderen und in der Beziehung. Dann fallen einem viele andere Dinge nicht mehr auf, aber nicht, weil man blind geworden ist, sondern weil sie einem nicht mehr so wichtig sind – und das stärkt das tiefe Gefühl der Liebe.

Das Geschenk hat immer zwei Seiten

Dazu finde ich auch wichtig, dieses Prinzip zu verstehen: Wenn man eine Eigenschaft an jemandem liebt, dann gibt es immer auch das Gegenstück dazu!

Wenn man zum Beispiel Zuverlässigkeit als Eigenschaft sehr schätzt und es wirklich liebt, dass man sich in allen Lebenslagen hundertprozentig auf seinen Partner verlassen kann, dann muss man auch damit leben, dass er auf der anderen Seite einem zuliebe keinen Termin absagen würde, um ganz spontan etwas Schönes zusammen zu unternehmen. Ein zuverlässiger Mensch, der diese Eigenschaft in sich trägt, kann nicht einfach blaumachen. Das ist dann die Kehrseite und da darf man sich dann auch nicht beschweren.

Es ist hilfreich, wenn man weiß, dass das Geschenk, das man bekommen hat, auch immer ein bisschen was anderes in sich birgt. Wenn das dann zum Vorschein kommt, muss man den Fokus darauf lenken, was das eigentliche Geschenk daran ist.

✨ Dieser Text stammt aus Freiheit in der Liebe – Buch inkl. CD-Beilage. Jetzt im Shop erhältlich.

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